Freitag, 18. Juli 2014

Pitch Perfect – Die Bühne gehört uns!





"Dann wollen wir das ganze mal remixen." (Beca)



Durch einen peinlichen Meisterschaftsauftritt verliert das A-cappella-Team fast alle Mit-glieder. Jetzt müssen neue Mitglieder her. Zeitgleich beginnt Beca Mitchelle (Anna Kendrick) ihr Studium am College. Sie ist neu an der Barden University doch anstatt neue Kontakte zu knüpfen und auf Partys zu gehen, geht sie ihren eigenen Weg. Durch eine Verkettung unangenehmer Zufälle landet sie ausgerechnet bei den Bellas, der A-cappella Gesangsgruppe ihres Colleges. Die Gruppe ist zwar ein bunt zusammengewürfelter Haufen, doch ihr musikalisches Talent verbindet sie. Doch ihre Teamleaderin Aubrey ist ziemlich verkrampft und geht lieber auf Nummer sicher. Sie will beim Gewinn der Meisterschaft nichts riskieren. Besonders der Sieg über ihre Rivalen den Treblemakers geht ihr über alles. Beca hingegen versucht das Team zu überzeugen Risiken einzugehen und neue Wege zu gehen. Dadurch gerät sie oft mit Aubrey aneinander. Wird Becas Idee ein Mash-up einzustudieren erfolgreich sein und haben die Bellas so eine Chance auf die Trophäe?


Der Spielfilmdebütant  Jason Moore zeigt in „Pitch Perfect" nicht nur sein Händchen für die große Leinwand, sondern auch ein Herz für “Nerds“. Vom „Star Wars"-Geek, über das sexsüchtige Dummerchen, bis hin zur blonden Oberzicke hat jede Figur einen mitunter ziemlich großen, aber immer liebenswerten Knall. Vor allem die Australierin Rebel Wilson stellt mit ihrem Humor und körperlichen Präsenz die Hauptdarsteller in den Schatten. Auch Anna Kendrick spielt, tanzt und singt die freche Outsiderin überzeugend. Bedingt durch ihre Musical-Erfahrung sind Kendricks  Gesangs- und Tanzfähigkeiten, genau wie bei der restlichen Besetzung erste Sahne. Neben den temporeichen und mitreißenden Performances sind auch die Auftritte des bissigen Kommentatoren-Duos Gail (Elizabeth Banks) und John (John Michael Higgings) Höhepunkte des Films. Das „Pitch Perfect" voller Selbstironie ist, wird man spätestens bei den Sprüchen des scharfzüngigen Moderatoren-Duos merken.


Kurzum ist Regisseur Jason Moore ein sehr guter Tanz & Gesangsfilm mit unterschiedlichen Musikstilen gelungen. „Pitch Perfect“ präsentiert spleenige Sonderlinge im Dutzend, witzige Dialoge  und tolle Gesangs- und Tanzeinlagen. Von aktuellem Chartstürmer bis zum zeitlosen Klassiker wird beinahe jeder Geschmack bedient. Bei dem Broadway Regisseur überrascht es auch nicht, dass bei den Bühnenauftritten der Bellas und der konkurrierenden Treblemakers wirklich jedes Detail stimmt. Der Film übermittelt auch  eine sympathische Botschaft: Ein gemeinsames Ziel kann nur durch Zusammenhalt, Vertrauen und freundschaftliches Verhalten erreicht werden. Dennoch ist ein gesundes Maß an Individualität  dabei ganz bestimmt kein Hindernis. Darüber hinaus wird dem Teenklassiker "Breakfast Club" samt seiner "Außenseiter sind cool"-Botschaft Tribut gezollt. „Pitch Perfect“ stellt ein klasse Ensemble mit tollen Gesangsstimmen und gut durch choreographierte Tanzeinlagen vor. Kurz um dieser Film macht einfach Laune!

Freitag, 11. Juli 2014

Das Geheimnis der Spiderwicks








„Lieber Leser du wirst bald sehen, dass um uns herum magische Geschöpfe leben.“




Die Geschwister Jared, Simon (Freddie Highmore in einer Doppelrolle) und Mallory (Sarah Bolger) ziehen mit ihrer Mutter Helen Grace (Mary-Louise Parker) von New York in das abgelegene Haus ihres Ur-Ur-Onkels Arthur Spiderwick.. Dort angekommen, widerfahren den vieren die seltsamsten Dinge: Es fallen Sachen herunter, seltsame Geräusche sind zu hören und Sachen verschwinden. Bei einer Tour durch das Anwesen findet Jared das "Handbuch der magischen Geschöpfe" und ein Wichtelmännchen namens Thimbletack (Martin Short). Trotz Warnung, das Buch keinesfalls zu lesen,  liest Jared das Buch und öffnet so eine Pforte zum magischen Reich. Nachdem er das Buch gelesen hat, kann er die verborgene Welt der Wichte, Gnome, Feen und Kobolde sehen.  Er will seinen Geschwistern von der verborgenen Welt berichten, aber sie glauben ihm natürlich nicht. Erst als mysteriöse Dinge geschehen und der finstere Oger Mulgarath (Nick Nolte) auftaucht wird der Familie klar, dass diese magische Welt realer ist, als ihnen lieb sein kann. Die drei Geschwister werden in einen gefährlichen Kampf verwickelt. Der Oger will das Buch in seine Hände kriegen, um so ungeheure Macht zu bekommen. Wird es den Geschwistern gelingen das Buch zu schützen und können sie dem Oger Mulgarath stoppen?

„Das Geheimnis der Spriderwicks“ wurde von Regisseu Mark Waters produziert. Er packte die fünf Bücher in einen 96 minütigen Film und entführt den Rezipienten in eine wunderbare Welt voller Feen, Kobolde und Wichte. Der Zuschauer erhält bereits zu Anfang des Films einen Vorgeschmack, mit welchen Figuren er es im weiteren Verlauf zu tun bekommen wird. Dieser Ansatz birgt sowohl Vor- als auch Nachteile. Zum einen wird den Zuschauer nie langweilig, da einfach zu viel passiert. Weiterhin ist der Film zwar Story technisch absolut simpel und kindgerecht gehalten. Auch für das ältere Publikum  hält der Film einiges bereit. Es wird viel Fantasievolles fürs Auge geboten, der Film bietet gute Effekte und dynamische Actionsequenzen. Hervorzuheben ist  auch der enorme Aufwand an Special Effects bei der Darstellung der magischen Bewohner. Es ist eine Freude den Wesen zu zusehen, zum Beispiel den Hauswichtel  der sich bei Ärger aufplustert und bei dem Konsum von Honig wieder seine Normalform einnimmt. Auch die Maske hat gute Arbeit geleistet. Es ist den Machern gelungen Nick Nolte vom lieben alten Mann zu einem gruseligen Monster zu verwandeln. Nachteilig ist zu sagen, dass dem Zuschauer keine Zeit bleibt mit den Charakteren warm zu werden. Auch die Story wurde nicht so komplex, wie in den Büchern dargestellt. Dies war  aber bei einem 96 minütigen Film auch nicht möglich.

Alles in allem nimmt der Film den Zuschauer bei der Erkundung der Parallelwelt an die Hand und zeigt ihm nach und nach all die kleinen Geheimnisse der dort lebenden Figuren auf.  „Die Geheimnisse der Spiderwicks“ entführen den Rezipienten in eine zauberhafte Welt und warten mit liebevollen und interessanten magischen Figuren auf. Mark Waters ist eine gute Romanverfilmung mit toller Besetzung gelungen. Er inszenierte einen unterhaltsamen Film mit einem Mix aus Witz und durchaus düsteren Spannungsmomenten. Die Animationen und fantastischen Wesen können sich sehen lassen und auch die Story kann überzeugen. „Die Geheimnisse der Spiderwicks“ ist ein quirliger Fantasy Film der solide Unterhaltung bietet.  


In meinem Himmel







„Keiner merkt, wenn wir wirklich verschwinden. Ich meine den Moment, wenn wir wirklich beschließen zu gehen. Allerhöchstens spürt man ein Wispern oder eine verebbende Woge des Gewispers.“ (Susie Salmon)



Susie Salmon (Saoirse Ronan) ist 14 Jahre alt, als sie am 6. Dezember 1973 ermordet wird. Dabei sollte der Spaß im Diesseits doch gerade erst losgehen. Vor ihren Tod kommt sie ihren Schwarm Ray Singh (Reece Ritchie) näher und verabredet sich sogar mit ihm. Auch ihre Leidenschaft für Fotografie lebt sie begeistert aus. Dies soll allerdings alles enden, als sie ihrem Nachbarn George Harvey (Stanley Tucci) auf einem kahlen winterlichen Feld begegnet. Er lockt sie in einen unterirdischen Bunker unter dem Feld. In diesem Bunker wird Susie vergewaltigt und umgebracht. Seit ihren Tod beobachtet Susi das Geschehen aus dem Jenseits: Ihre Familie, die an dem ungeklärten Mordfall zu zerbrechen droht, ihren Jugendschwarm der langsam über sie hinweg kommt und ihren Peiniger selbst, der seine Spuren erfolgreich verwischen konnte, und eine neue Tat plant. So verbringt die Untote ganze drei Jahre an einem Ort, den sie den "blauen Horizont zwischen Himmel und Erde" nennt. 

„In Meinem Himmel“ basiert auf dem 2002 erschienenen Roman The Lovely Bones der amerikanischen Schriftstellerin Alice Seebold. Peter Jackson versucht sich wieder einmal an einer Roman Verfilmung. Doch das Familiendrama The Lovely Bones stellt ihn in mancherlei Hinsicht vor größere Herausforderungen. Alice Sebold beschreibt in ihrem Buch innere psychologische Prozesse. Diese sind in Bildern und Bewegungen  schwer darzustellen.  Also musste Jackson zwangsläufig das Innere immer wieder nach Außen kehren. Dies ist Jackson jedoch nicht immer gelungen. Er deutet zwar an, wie sehr Susies Eltern und ihre Geschwister mit der Trauer um die 14-Jährige zu kämpfen haben, aber Bilder findet er für ihren Kummer keine und setzt auf Szenen und Situationen, die alles plakativ nach Außen tragen. Durch diese Inszenierung nimmt er den Darstellern allerdings den Raum für Zwischentöne und Nuancen. Auch die grausame Tat des Nachbars veranschaulicht er nicht mit Bildern, zeigt aber mit einem blutigen Waschbecken und einem Rasiermesser wirkungsvoll deren grausame Konsequenzen. Der Regisseur räumt in diesem Film dem Mörder mehr Platz ein, um den Thriller-Aspekt stärker zu betonen. Auch das Bebildern der Zwischenwelt scheint einen großen Reiz auf Jackson ausgeübt zu haben, was bei der Filmografie des neuseeländischen Effekt-Junkies nicht überraschend ist. Ihm ist es mit CGI Technik gelungen eine großartige Zwischenwelt zu erschaffen. Diese wirkt je nach Stimmung der Hauptdarstellerin düster, kitschig oder surreal. Manchmal  wirkt der Himmel leider etwas zu kitschig. 



Abschließend ist zu sagen, dass Peter Jackson und Steven Spielberg einen soliden Fantasy-Thriller mit dramatischen Elementen inszeniert haben. Die Story legt einen richtig guten Start hin, nimmt danach aber leider ab. Erst als Susie mehr über die früheren Opfer erfährt und ihre Schwester ins Haus von George Harvey einbricht, kommt wieder Spannung auf. Der unscheinbare Serienkiller, gegeben von Stanley Tucci, liefert eine hervorragende Leistung als Wolf im Schafspelz ab. Allerdings konzentriert sich der Film so auf ihn, dass die anderen Nebenhandlungen irgendwie untergehen. Den Machern ist es gelungen die dramatische und sensible Geschichte in einer gut aufgearbeiteten Digitalwelt zu erzählen. Auch die düstere Seite des Films wurde gut zu inszeniert und in Szene gesetzt. Alles in allem ist „In meinem Himmel“ ein sehr interessanter Film, der zwar einige Schwachstellen aufweist, aber dennoch überzeugen kann.

Freitag, 4. Juli 2014

Ein Königreich für ein Lama









"Hurra! Ich bin wieder ein Lama!... Moment.." (König Kuzco)


Der junge und arrogante Kuzco (David Spade) ist Kaiser der Inkas und ist kein besonders guter Herrscher seines Volkes.  Er interessiert sich nicht sonderlich für andere und ist sich selbst der Nächste. Der verwöhnte Kaiser macht sich damit einige Feinde unter anderem auch seine Beraterin Yzma (Eartha Kitt). Diese wird von Kuzco entlassen und schwört Rache, mit der Absicht sich selbst des Throns zu bemächtigen. Zusammen mit ihrem Diener Kronk mixt sie ein Gift, welches König Kuzco umbringen soll. Durch ein Missgeschick wird der König jedoch nicht getötet, sondern in ein Lama verwandelt. Yzmas Diener Kronk (Patrick Warburton),  soll Kuzco, das Lama, nun beseitigen. Dies geht aber auch schief und so landet der König auf Patchas (John Goodman) Wagen.  Obwohl Kuzco Patchas Dorf für ein Erlebnisbad abreißen will, hilft ihm der gutherzige Dorfbewohner. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg zurück zum Palast, um das Gegenmittel zu finden. Während sie diverse Hindernisse überwinden müssen, entwickelt sich eine enge Freundschaft zwischen dem gutmütigen Patcha und dem eigenwilligen Kuzco. Wird es den Beiden gelingen das Gegenmittel zu finden und werden sie es schaffen Kuzco zurück zu verwandeln?

„Ein Königreich für ein Lama“ wurde in der Zeit produziert, als Animationsschmieden wie PIXAR den Markt dominierten und Walt Disney in Zugzwang geriet. Mit dem Film schlagen die Disney Studios  eine völlig andere Richtung ein. Die Macher erschufen mit frischen, originellen und kreativen Dialogen und einem gänzlich neuen Titelhelden  eine kurzweilige und unterhaltsame Geschichte. Nicht nur die Story ist urkomisch, sondern auch die Charaktere wurden hervorragend ausgearbeitet. Die Darstellung von Yzma, einer alten, hinterhältigen Frau, die den Thron an sich reißen will, ist wirklich überzeugend und lustig. Auch die Figur des Kuszo hält, wie eigentlich jeder Charakter, sehr viele gute Gags bereit. Vor allem die Sequenzen in der Figur als Lama sind einfach genial. Walt Disney begeistert in diesem Film nicht nur mit der Handlung, sondern auch mit einem völlig neuem Look. Auch der Soundtrack und die Synchronisation tragen zum Erfolg des Films bei. Durch diesen Film gelang es Disney sich gegen PIXAR zu behaupten. Er wurde für elf Annie Awards nominiert und konnte drei Awards mit nach Hause nehmen. 

 

Abschließend ist zu sagen, dass „Ein Königreich für ein Lama“  streckenweise urkomisch ist, über die gesamte Filmlänge hinweg richtig viel Spaß macht und eine sehr gute Synchronisation bietet. Kuzcos vorlaute und witzige Sprüche suchen ihresgleichen und machen den Film zu etwas einzigartigem. Der Film ist auf alle Fälle einer der besten Disney Filme die ich je gesehen habe. „Ein Königreich für ein Lama“ bietet tolle Figuren, zündende Gags, eine witzige Story und jede Menge verschrobene Situationen. Ein großartiger Film für Groß und Klein.



White House down










„Nur einmal will ich dem Amt alle Ehre machen, nach dem Vorbild von Lincoln und Washington und Jefferson.“ (James Sawyer)


Der Ex-Cop John Cale (Channing Tatum) bewirbt sich beim Secret Service, um seine Tochter Emily (Joey King) zu beeindrucken. Das Vorstellungsgespräch bei der Chefin des Secret Service, Carol Finnerty (Maggie Gyllenhaal), verläuft allerdings alles andere als gut. Er bekommt eine Absage. Nun will er mit seiner Tochter wenigstens noch eine Besichtigung durch das Weiße Haus machen. Bei der Besichtigung will John ihr schonend beibringen, dass er abgelehnt wurde. Dazu soll es allerdings nicht kommen. Denn während der Tour wird das Weiße Haus von einer paramilitärischen Einheit infiltriert. Der Präsident James Sawyer (Jamie Foxx), seine Mitarbeiter und Johns Tochter Emily werden als Geiseln genommen. Die Terroristen haben es geschafft den Präsidentensitz einzunehmen. Nur John Cale ist noch übrig. Kann es dem Ex-Cop gelingen dem Präsidenten zu helfen und den Plan der Terroristen zu vereiteln?


Im Sommer 2013 starteten gleich zwei Filme die das Weiße Haus in Schutt und Asche legten. Zum einen „Olympus has Fallen“ von Antoine Fuqua und „White House Down“ von Roland Emmerich. Beide Filme haben eins gemeinsam: Security-Agent und Präsident tun sich zusammen, um das Weiße Haus zu retten. Aus meiner Sicht lieferte jedoch Roland Emmerich den besseren Film ab. Roland Emmerich inszenierte den actiongeladenen Film nach dem Drehbuch von James Vanderbilt. Vanderbilt ist mit seinem Werk eine hervorragende Mischung gelungen. Das Drehbuch bietet nicht nur emotionale Anknüpfungspunkte für das Publikum, sondern auch ironische Spitzen, die den ernsten Grundton der Story durchbrechen. Die Macher inszenierten ein Actiondrama rund um das heldenhafte Protagonisten Pärchen und setzte diese beiden auf explosive Weise in Szene. Roland Emmerich überzeugt nicht nur mit ausufernden Actionszenen, sondern vor allem mit seinen Hauptdarstellern. Das Duo Jaimie Foxx und Channing Tatum harmonieren prächtig miteinander. Gerade Jamie Foxx leistet als Buddy-Präsident gute Arbeit und unterstützt Tatum hervorragend dabei, die Sympathien des Publikums zu gewinnen. Auch der Verschwörungsplot ist den Machern gut gelungen. Die Verschwörung ist zwar weit hergeholt, aber dennoch weitaus einfallsreicher als der Plot aus „Olympus has Fallen“. In „White House Down“ ist der Feind im Inneren zu suchen und teilt ohne falsche Zurückhaltung gegen die Richtigen aus.


Abschließend ist zu sagen, dass Roland Emmerich den Schauplatz des Geschehens gut in Szene gesetzt hat. Vanderbilt und Emmerich ist mit „White House Down“ ein spannender, lustiger und sympathischer Film gelungen. Einzig die Länge des Filmes ist meiner Ansicht nach zu bemängeln. Dennoch liefert Roland Emmerich über weite Strecken einen unterhaltsamen Sommer-Blockbuster der alten Schule ab.